Die Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" hat während ihrer bisherigen Tätigkeit in den Jahren 1992-2008 persönliche Dokumente von über einer Million Menschen, die aufgrund nationalsozialistischer Verfolgung eine humanitäre Finanzleistung beantragt haben, angesammelt.
Die Dokumente beinhalten in der Regel eine ausführliche Beschreibung des Einsatzortes und der herrschenden Bedingungen dort, belegt durch zusätzliche Zeugenberichte und Erklärungen sowie den Originalen oder Kopien von Amtsdokumenten, oft sogar ergänzt durch Fotographien.
Typische Dokumente (Originale sowie Kopien), die sich in den Anträgen der Leistungsempfänger unserer Stiftung befinden, stammen aus der Zeit des Krieges oder der Nachkriegszeit. Meist handelt es sich um Bescheinigungen und Beglaubigungen und Dokumente deutscher Institutionen, die die Archivalien dieser Zeit aufbewahren.
Ersteres umfasst u.a. Dokumente:
- des nationalsozialistischen Verwaltungsapparats,
- ausgestellt durch deutsche Betriebe und Arbeitsstätten, die Zwangs- und Sklavenarbeiter verschiedener Nationalitäten eingesetzt haben,
- die von den Alliierten während des Krieges oder in der Nachkriegszeit ausgestellt wurden.
Letzteres ist mengenmäßig eindeutig zahlreicher vorhanden. Dabei handelt es sich u.a. um:
- Dokumente der Hauptkommission zur Verfolgung von Verbrechen gegen die Polnische Nation am Institut des Nationalen Gedenkens [Glówna Komisja Badania Zbrodni przeciwko Narodowi Polskiemu - Instytut Pamieci Narodowej],
- Dokumente vom Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen,
- Dokumente der Agenda des Roten Kreuzes - Internationales Komitee oder Landeskomitees ,
- Dokumente aus staatlichen Museen der Konzentrationslager,
- Dokumente aus dem Jüdischen Historischen Institut,
- Dokumente aus Staats- und Landesarchiven - polnischen, deutschen und anderen,
- Zeugenberichte,
- Kombattantenbescheinigungen, Ausweise, Bescheide des Amts für Kombattanten sowie Versicherungsnachweise der Verfolgten (ZUS, KRUS und andere).
Darüber hinaus befindet sich in den Antragsdokumenten der Leistungsempfänger weiteres Quellmaterial aus privatem Besitz der NS-Opfer, wie z.B.: Korrespondenz, Tagebücher und andere Erinnerungsstücke, darunter tausende persönliche Berichte, die als Antwort auf die Appelle der Stiftung zugesandt wurden.
In Anbetracht der territorialen Reichweite kann das angesammelte Material sowohl europäischer als auch lokal-regionaler Forschung dienen. Es erlaubt sowohl den Verlauf der Nazi-Repressionen in einzelnen Ländern zu erörtern als auch Einblick in das Schicksal der vielen Menschen zu erlangen, die auf dem ganzen besatzten Gebiet des Dritten Reiches verstreut waren. Unter dem lokal-regionalen Aspekt geben sie Informationen über die Verfolgung in den einzelnen Landkreisen, Städten und Dörfern, die oft der Aufmerksamkeit der Historiographie entgehen. Es ist möglich das Material. Bei der Erforschung von Kriegsschicksalen der verschiedenen Gesellschaftsgruppen wie Elite, Bauern, Arbeiter kamm sich unsere Sammlung durchaus als dienlich erweisen.
Für den wissenschaftlichen Gebrauch des Archivmaterials muss der Vorstand der Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" jedes mal sein Einverständnis erteilen.
siehe auch:
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