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Europeans for Peace - Programmausschreibung:
1939 - 2009: FREUND UND FEIND IN DEN MEDIEN

Am 1. September 2009 jährt sich der deutsche Überfall auf Polen und damit der Beginn des Zweiten Weltkriegs zum 70. Mal. Das Programm Europeans for Peace der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" fördert aus diesem Anlass Projekte, die sich mit Feind- und Freundbildern, mit positiven und negativen Stereotypen in Medien auseinandersetzen.

Medien waren im Zweiten Weltkrieg auf allen Seiten ein wichtiges Instrument zur Mobilisierung der Bevölkerung. Die Propaganda der Nationalsozialisten erreichte, dass die nationalsozialistischen Verbrechen von einem Großteil der Bevölkerung in Deutschland toleriert oder aktiv unterstützt wurden. Aber auch in der Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute prägen Medien unser Bild von Freund und Feind, wecken Sympathien oder schüren Ängste, fördern Hilfsbereitschaft oder Gleichgültigkeit. Eine besondere Rolle spielten sie während des "Kalten Krieges" auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs.

In internationalen Projekten können Jugendliche im Rahmen des Programms Europeans for Peace historisch oder gegenwartsbezogen zu diesem Thema arbeiten. Sie erforschen beispielsweise, wie in Diktaturen durch die Medien Meinungen manipuliert und Menschen als Feinde oder Unmenschen gezeichnet wurden. Die Jugendlichen hinterfragen die Wirkung von Propaganda in Diktaturen und erforschen, wie sie als Mittel der Kriegsführung genutzt wurde. Sie gehen aber auch der Frage nach, welche Stereotype Medien heute in ihrer Berichterstattung nutzen und welche Wirkung sie damit erzeugen. Sie analysieren die Rolle der Medien in Demokratien und untersuchen, ob Medien auch heute Freund- und Feindbilder aufbauen.

Aus historischer Perspektive können sich die Projekte mit Feindbildern beschäftigen, die die nationalsozialistische Diktatur in ihren Medien propagiert hat und die dazu dienten, sich die Unterstützung der Bevölkerung für Krieg, Verfolgung und Vernichtung zu sichern. Aber auch Feindbilder, die in anderen an diesem Krieg beteiligten Ländern durch die Medien vermittelt und geschaffen wurden, können untersucht werden. Gegenstand gemeinsamer Projektarbeit können auch Darstellungen von Kriegshelden oder von Bildern der (alliierten) verbündeten Länder sein.
Neben dem Zweiten Weltkrieg sind auch die Epoche des Kalten Krieges und die Darstellung von Freund- und Feindbildern in dieser Zeit interessant. Eine Frage kann z.B. sein, wie Verbündete aus dem Krieg zu politischen Gegnern wurden und umgekehrt Feinde zu Freunden.

Aus aktueller Perspektive kann die Frage untersucht werden, welche Bilder von "uns" und den "anderen" Medien heute vermitteln. Erzeugen sie positive oder negative Gefühle wie z.B. Sympathie oder Angst? Knüpfen sie an Vorurteile oder alte Stereotype an? Oder ändern sie unsere Vorstellung von den "anderen", unsere Gefühle und Haltungen zu ihnen? Welche Darstellungen haben öffentliche Kritik hervorgerufen? Wie kämpfen Minderheiten um eine nicht diskriminierende Darstellung in den Medien?

Siehe auch:
www.europeans-for-peace.de/c3view.php?sid=wbzebbob1gYgf9tTw33lOb3w1Pbwe3Re89tTn6p2&ieb=1224759086&c3p=132&c3l=de

Projektskizze (rtf)
Hinweise Projektskizze (pdf)

Ausstellung Erinnerung bewahren
Freiwilligendienst
Zeitzeugen
¦wiadkowie hisotrii