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Information/Presse
Informationen über die Stiftung
Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung"
Non-Profit-Organisation
gegründet 1991 auf der Grundlage
des Abkommens zwischen den Regierungen
der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland
Engagiert sich im Dienste:
der Opfer des Dritten Reiches und Nationalsozialistischer Verfolgung
der Deutsch-Polnischen Verständigung
des Dialogs zwischen den Gesellschaften und Generationen

Die Auszahlung von Finanzleistungen an ehemalige KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter des Dritten Reichs, die Unterstützung der NS-Opfer, sowie die Erinnerungspflege und die deutsch-polnische Annäherung gehören seit 15 Jahren zu den Kernaufgaben der Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung".

In dieser Zeit haben wir an über 700.000 betroffene Personen finanzielle Leistungen in Höhe von mehr als 4,7 Mrd. PLN (1,3 Mrd. Euro) ausgezahlt. Die Mittel für diese Leistungen stammen von diversen Stiftungen aus dem Ausland - in erster Linie von der Bundesstiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft", dem Österreichischen Fonds für "Versöhnung, Frieden und Zusammenarbeit", dem als Fond des Londoner Raubgoldes bekannten Fonds für Holocaust-Überlebende, und dem Schweizer Fonds zugunsten bedürftiger Opfer von Holocaust/Shoa.

Die Aktenmenge, die sich im Laufe des Auszahlungsprozesses angesammelt hat, beträgt heute mehr als 5 laufende Kilometer, thematisiert das Schicksal von über eine Million Menschen und stellt somit eine der kostbarsten Wissensansammlung in Europa dar. Es ist eine der größten Sammlungen von Originaldokumenten, Aufnähern, Fotos und Briefen, welche zuvor jahrzehntelang von den NS-Opfern oder ihren Erben aufbewahrt wurden. Der Bestand des Archivs und der direkte Kontakt mit den Zeitzeugen wird nicht selten für verschiedene wissenschaftliche Forschungs- und Bildungsprojekte genutzt.

Ein grundlegendes Tätigkeitsfeld ist die Pflege und Betreuung der in Polen lebenden NS-Opfer. Zu diesem Zweck führen wir viele verschiedene humanitäre Programme durch. So haben wir z.B. für die notwendige und direkte finanzielle Unterstützung in den letzten fünf Jahren (über die Leistungen aus Deutschland und Österreich hinaus) einen Gesamtbetrag von über 120 Mio. PLN (ca. 33 Mio. Euro) aufgebracht.

Zahlreiche Kuraufenthalte in Sanatorien und unentgeltliche Implantationen von künstlichen Hüft- und Kniegelenken wurden in polnischen, deutschen und österreichischen Krankenhäusern ermöglicht. Weiterhin bemühen wir uns auch zukünftig durch Spendenaufrufe allen bedürftigen Personen die nötigen Rehabilitationsgeräte zu beschaffen. Wir freuen uns, dass es uns möglich gewesen ist, kostenlose Rechtberatungen und Termine bei Fachärzten der geriatrischen Medizin einzurichten. Das Angebot beinhaltete zudem Workshops und Schulungen, die eine Integration ehemaliger NS-Geschädigter in das gesellschaftlichen Leben bezwecken. Die dahinter stehende Idee dieser Projekte ist es, NS-Opfer für die gegenseitige Betreuung zu mobilisieren und einzuspannen. Tatkräftige Senioren, deren Gesundheitszustand es erlaubt, ihre Freizeit hilfsbereit und facettenreich zu gestalten, erhalten so eine Möglichkeit, weiterhin am gesellschaftlichen Leben aktiv teilzunehmen, und engagieren sich zugunsten anderer NS-Opfer im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit an unseren sozialen Projekten.

Die Idee der aktiven Unterstützung von Opfern des Nationalsozialismus zieht Menschen jedes Alters an, vor allem aber Jugendliche. Unsere jungen Freiwilligen helfen bei täglichen Einkäufen oder bei der Hausarbeit, jedoch sind es die engen Beziehungen zwischen den Jugendlichen und den Zeitzeugen, aus denen zuweilen Freundschaften entstehen, die die außerordentliche Rolle der Volontariate ausmachen.

Diese Annäherung der Generationen ist eine wertvolle Erfahrung für beide Seiten. Für die Jungen ist es ein Weg, die Geschichte zu "begreifen", für die älteren, heute oft einsamen, Menschen ist es eine zwischenmenschliche Begegnung, Freude und Wärme.

Die größte Gruppe der an einer ehrenamtlichen Tätigkeit Interessierten sind neben den Polen junge Deutsche. Im Rahmen des Volontariats werden sie in die Arbeit der Stiftung intensiv eingebunden. Um nur einige zu nennen, sind sie an der Organisation von Konferenzen, Ausstellungen und Treffen beteiligt. Darüber hinaus besuchen sie die geschädigten Opfer in ihren Häusern, zeichnen ihre Aussagen und Erinnerungen oft auf. Die Studenten unter ihnen führen nicht selten Interviews durch, die die Grundlage für ihre Diplomarbeiten darstellen.

Die Stiftung wirkt kontinuierlich in Kooperation mit NGO's aus Polen, Deutschland und anderen Ländern sowie inländischen Regierungs- und Finanzinstitutionen und unzähligen Privatpersonen.

Das wohl wertvollste Gut der Stiftung ist unser persönlicher und naher Kontakt zu den NS-Opfern. Der direkte Umgang im Büro, auf gemeinsamen Reisen sowie während Konferenzen und Ausstellungen erfüllt uns und unsere Volontäre mit großer Freude und bekräftigt uns zu weiterem Engagement. Ein weiter Aspekt, auf den wir stolz sind, ist das sich in unserem Besitz befindende, größte polnische Archiv, in dem unschätzbare Erinnerungsstücke an die Sklaven- und Zwangsarbeit der polnischen Bürger im Dritten Reich lagern.

Wie wertvoll diese Kontakte und das Archiv auch nach außen sind, bezeugt die Anzahl der internationalen Partner, die seit Jahren unsere Hilfe und Erfahrung in vielfältiger Weise nutzen. So nahmen seit der Stiftungsgründung 1991 über hundert deutsche Gemeinden und Städte, Institutionen und Vereine, sowie unzählbare Privatpersonen aus der ganzen Welt durch unsere Vermittlungsarbeit den Kontakt mit den Opfern auf.

Etliche Begegnungsreisen wurden für ehemalige ZwangsarbeiterInnen, von Städten wie Frankfurt am Main, Karlsruhe oder Düsseldorf, kleineren Gemeinden wie Moers in Nordrhein-Westfalen oder Seesen im Harz veranstaltet. Gemeinsam mit den deutschen Partnern organisieren wir diese Reisen in die Regionen der Deportation der ehemaligen Zwangsarbeiter und ihres Arbeitseinsatzes, wo sie heute als Ehrengäste empfangen werden. Sie sprechen mit der Jugend über ihr Schicksal, suchen die jeweiligen Orte ihrer Zwangsarbeit auf, lernen sie aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Allen Teilnehmern bleiben diese oftmals sehr emotionalen aber immer herzlichen Begegnungen lange im Gedächtnis.

Die Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" bewahrt die Erinnerung an Opfer des Zweiten Weltkrieges, initiiert und unterstützt den internationalen und aktuellen Dialog, und arbeitet im Dienste der internationalen Verständigung und Aussöhnung.

Dieser Aufgabe geben einige dutzend Publikationen, wissenschaftliche Untersuchungen und Ergebnisse der Bildungsarbeit Ausdruck. Als Beispiele kann man aufzählen: Berichte und Erinnerungen ehemaliger KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter, Erzählungen, Biographien, Alben und historisch-wissenschaftliche Abhandlungen. Unterstützend organisieren wir Unterrichtseinheiten für deutsche Jugendliche, Wettbewerbe, internationale Konferenzen und wissenschaftliche Tagungen zum Thema des Zweiten Weltkrieges.

Besonders bedeutend war die Konferenz über den Warschauer Aufstand im Kontext der deutsch-polnischen Beziehungen, an der ca. 500 Personen, darunter renommierte polnische und internationale Historiker, Politologen und Publizisten, Teilnehmer des Aufstandes, Politiker und Journalisten teilgenommen haben. Ein speziell für polnische und deutsche Studenten konzipierter einwöchiger Begleitworkshop umrahmte zudem das Programm.

Unter dem Motto

"Man hat Euch das Leben genommen,
heute schenken wir Euch einzig unsere Erinnerung"

konzipierten wir, unterstützt vom Deutschen Historischen Institut in Warschau und in Kooperation mit dem Institut für Nationales Gedenken und der Berliner Geschichtswerkstatt die Ausstellung "Erinnerung bewahren - Sklaven und Zwangsarbeiter des Dritten Reiches aus Polen 1939-1945".

Die polnischsprachige Fassung der Ausstellung wurde 2005 im Warschauer Königsschloss als Auftakt feierlich eröffnet und wurde seitdem im polnischen Sejm und in über 30 Städten ausgestellt. Sie wurde bislang von mehr als 100.000 Besuchern besichtigt. 2007 wurde anschließend in Zusammenarbeit mit der Stiftung "Topographie des Terrors" in Berlin ihre deutsprachige Version ausgearbeitet. Nach der feierlichen Eröffnung im Berliner Rathaus im Mai 2007 ist die Wanderausstellung nun in der Bundesrepublik unterwegs.

Ausstellung Erinnerung bewahren
Freiwilligendienst
Zeitzeugen
¦wiadkowie hisotrii