Mit einem Festakt in Anwesenheit des Bundespräsidenten wurde in Berlin auf dem ehemaligen Gelände des SS-Hauptquartiers und der Gestapo-Zentrale am Abend des 6. Mai das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors eröffnet. Neben Bundespräsident Horst Köhler sprachen unter anderem der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit, der Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien Bernd Neumann und der Geschäftsführende Direktor der Stiftung "Topographie des Terrors" Prof. Dr. Andreas Nachama.
Seit 1987 befand sich auf dem 4,5 Hektar großen Gelände zwischen Martin-Gropius-Bau und Wilhelmstraße in Berlin eine Open-Air-Ausstellung, die jährlich von bis zu 500.000 Menschen besucht wurde. Diese Ausstellung ist nunmehr in erweiterter Form im neuen Gebäude zu sehen.
Bundespräsident Horst Köhler würdigte in seiner Ansprache das zivilgesellschaftliche Engagement, das zu der Gedenkstätte geführt hat. Der jetzt fertig gestellte Neubau zeugte davon, "welch langen Weg wir Deutschen in den Jahrzehnten seit 1945 im Umgang mit der Vergangenheit zurückgelegt haben". Heute gebe es "eine selbstverständlich erscheinende Bereitschaft, die Verbrechen der nationalsozialistischen Zeit aufzuklären und zu sühnen". "Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit gehört zum Fundament unseres Selbstverständnisses als Nation", betonte er.
Der zweistöckige, quadratische Flachbau mit einer Nutzfläche von rund 3.500 Quadratmetern wurde nach Plänen der Berliner Architektin Ursula Wilm errichtet. Neben der ständigen Ausstellung mit einer Stellfläche von 800 Quadratmetern befinden sich in dem Gebäude Platz für Wechselausstellungen, eine Bibliothek, Veranstaltungsräume sowie Arbeitsplätze für die 14 festen Mitarbeiter der Stiftung.
Die Stiftung "Topographie des Terrors" und besonders ihre Abteilung Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide arbeitet seit vielen Jahren gemeinsam mit der Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" im Rahmen historischer Bildung.
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