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Jerzy Skrzypek

Jerzy Skrzypek (genannt Jurek) wurde 1920 in Warschau geboren. Über seine Einlieferung in das Konzentrationslager Auschwitz sagt er: "Hier vor dem Tor bin ich noch Jurek gewesen. Ich habe drei Schritte gemacht und bin eine Nummer geworden."
Bis Januar 1943 hatte er im Lager noch verhältnismäßig Glück, da er hauptsächlich Stubenarbeit verrichten musste. Später entdeckte ein Wächter jedoch, wie Jurek für ein neugeborenes Kind im Lager ein Stofflaken unter seiner Kleidung versteckt hielt. Dafür bekam er Bunkerstrafe. Das Kleinkind konnte durch eine Solidaritätsorganisation der Häftlinge in Lumpen gewickelt aus dem Lager geschafft werden und überlebte auf diese Weise. Es heißt Eva. Jurek hat sie in späteren Jahren ein paar mal getroffen.
Im März 1943 wird Jurek schließlich ins Lager Flossenbürg verlegt, in dem grausame Lebens- und Arbeitsbedingungen, sowie tagtägliche Gewalt herrschen. Von 1000 Häftlingen überlebten lediglich 300 die ersten vier Monate. Anschließend wurde Jurek ein weiteres Mal verlegt, diesmal nach Dachau. Dort waren die Lebensbedingungen zunächst etwas besser, so gab es zum Beispiel nach einem Jahr das erste Mal die Möglichkeit kurz zu baden sowie eine etwas dickere Suppe als jene in Flossenbürg.
Doch die Schonzeit dauerte nur zwei Wochen, bis Jurek für einen Unterkühlungsversuch im Krankenrevier ausgesucht wurde. Er muss so lange in einer mit Eis gekühlten Badewanne liegen, bis er das Bewusstsein verliert. Als Mithäftlinge ihn retten können wird er ein letztes Mal verlegt und muss fortan an der Montage der Messerschnitt 410 arbeiten. Auch dort herrschen schreckliche Umstände und viele Häftlinge sterben durch die Bombardierung der Fabrik. Schließlich wird er mit anderen Überlebenden durch die im Lager eintreffenden amerikanischen Soldaten befreit.
Nach dem Krieg wird Jurek als Hauptzeuge im Prozess gegen die SS-Männer des Konzentrationslagers Dachau vernommen. Seit dem Ende seiner Lagerhaft ist er Invalide und leidet unter plötzlicher Ohnmacht, Schmerzen und einer Kaverne in der Lunge - dem sog. "KZ-Syndrom".

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