Eva Kobler
Zwischen Oktober 2005 und März 2006 habe ich ein Praktikum bei der Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" gemacht. In dieser Zeit habe ich z.B. die Korrespondenz mit deutschen HistorikerInnen geführt, Texte aus dem Polnischen ins Deutsche übersetzt und Schulklassen betreut, die die Stiftung besucht haben. Das Highlight meines Praktikums war die Reise mit dem ehemaligen Zwangsarbeiter Stefan Lubaska und seiner Frau nach Schleswig-Holstein zu seinen damaligen Arbeitsorten.
Die Gespräche mit Zeitzeugen und die Übersetzung von deren Erinnerungsberichten waren so spannend für mich, dass ich meine Magisterarbeit zum Thema "Rekrutierung von Zwangsarbeitern im Distrikt Warschau" geschrieben habe.
Das Thema Zwangsarbeit hat mich seitdem nicht mehr losgelassen: jetzt arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei dem Projekt "Internationale Wanderausstellung Zwangsarbeit im Nationalsozialismus" an der Gedenkstätte Buchenwald. Meine Recherche-Aufenthalte führen mich oft nach Polen - und auch zur FPNP.
Aber die Zeit in Warschau hat nicht nur beruflich ihre Spuren hinterlassen - ich habe Freundschaften fürs Leben geschlossen und jedes Mal, wenn ich an Warszawa Centralna aus dem Zug steige, fühlt es sich an wie nach Hause kommen.
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