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Uwe Thümmel

Geb. 1985
aus Seesen (Harz), Niedersachsen

Studium der VWL und Soziologie an der Universität Mannheim (zurzeit ERASMUS-Semester in Kopenhagen)

Mein Name ist Uwe Thümmel. Nach meinem Abitur im Jahr 2005 ging ich für ein Freiwilliges Soziales Jahr mit "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V." nach Warschau. Ich arbeitete dort bei der Stiftung für "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" im Büro für "Internationale Zusammenarbeit". Da ich der erste ASF-Freiwillige war, der für ein Jahr bei der Stiftung arbeiten durfte, gab es noch kein fest definiertes Aufgabenspektrum und ich freute mich, eigene Ideen mit einbringen zu können. Ich unterstützte das Team bei deutschsprachiger Korrespondenz und bei Übersetzungen und erstellte eine neue Version des Internetauftritts der Stiftung. Nach wenigen Wochen begann ich, Herrn Jerzy Skrzypek, einen ehemaligen KZ-Häftling einmal pro Woche in seiner Wohnung zu besuchen, mich mit ihm zu unterhalten und schließlich seine Lebensgeschichte aufzuschreiben. Auch fing ich an mich für die Geschichte der Zwangsarbeit in meiner Heimatstadt Seesen zu interessieren, die bis dato wenig bekannt war. Eine Recherche in der Datenbank der Stiftung förderte schließlich die Namen von über 300 Menschen zutage, die während des Krieges in Seesen gearbeitet hatten. Drei dieser Menschen durfte ich in Warschau kennen lernen und Interviews mit ihnen führen - auf Polnisch. Die Stiftung für "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" unterstützt deutsche Städte und Initiativen, die ehemalige Zwangsarbeiter zu einem Besuch in den damaligen Arbeitsorten einladen möchten. Nachdem ich ausschließlich positive Berichte von solchen Reisen gehört hatte, stand für mich fest, dass ein solcher Besuch auch nach Seesen möglich gemacht werden musste. Neben den vielfältigen Aufgaben, die ich von den Mitarbeitern der Stiftung erhielt, wurde dieses Projekt zum wichtigsten meiner Freiwilligenzeit. Ich stellte Kontakt zur Stadt Seesen, meiner ehemaligen Schule - dem Jacobson Gymnasium Seesen - sowie zum "Verein Spurensuche e.V." und dem "Verein der ehemaligen und Freunde des Jacobson-Gymnasiums e.V." her, um sie für das Projekt zu gewinnen. Darüber hinaus startete ich eine Fragebogenaktion, in der ich ehemalige Zwangsarbeiter, die in Seesen arbeiten mussten, bat, die damaligen Lebens- und Arbeitsverhältnisse zu schildern. Mit den Antworten erhielt ich teilweise Originalfotos, die - so mein Plan - zur Grundlage einer Dokumentation werden sollten. Obwohl der gute Wille in Seesen vorhanden war, konnten wir das Vorhaben jedoch nicht mehr während meiner Freiwilligenzeit realisieren. Auch nach meinem Jahr in Warschau verfolgte ich das Projekt jedoch weiter und bin sehr dankbar, dass durch die Unterstützung der Warschauer Stiftung und der Mithilfe der Seesener Organisatoren Ende März 2008 fünf ehemalige Zwangsarbeiterinnen für einige Tage in Seesen zu Gast sein konnten. Ein für alle unvergessliches Erlebnis, das ohne mein Freiwilliges Soziales Jahr in Warschau nicht zustande gekommen wäre. Während meines Freiwilligendienstes bei der Stiftung für Polnisch-Deutsche Aussöhnung habe ich mich sehr gut aufgenommen gefühlt. Das ausgesprochen nette und hilfsbereite Team der Stiftung hatte immer ein offenes Ohr für meine Fragen und unterstützte mich bei meinen Vorhaben sowie beim Polnisch lernen.

Herzlichen Dank für eine tolle Zeit!

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